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Tatenhausen
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Familien

Drei Familien prägen die Geschichte Tatenhausens: die Herren von Hoberg, die Freiherren und späteren Grafen von Korff genannt Schmising und seit 1995 die Familie Teuffel von Birkensee.

Die Herren von Hoberg

Die Hoberg sind die ersten bekannten Besitzer von Tatenhausen. Die Urkunden des Tatenhauser Archivs nennen:

Reinke Hobreg erwähnt 1455
kauft Erben im Kirchspiel Werther.
Hinrick, Otte, Regneke und Bernd Hobergh erwähnt 1476
Die Brüder verkaufen Erben im Kirchspiel Werther.
Ritter Bernd von Hoberg erwähnt 1491
Erster urkundlich genannter Herr von Tatenhausen.
Jobst von Hoberg
Sohn Bernds und Vater der Erbin.
Else (Elske) von Hoberg
Erbtochter. Mit ihrer Heirat 1524 kam Tatenhausen an die Familie Korff.

Korff genannt Schmising

Die Korff sind ein altes westfälisches Adelsgeschlecht. Sie werden 1241 erstmals urkundlich erwähnt; seit 1354 führt ein Teil der Familie den Beinamen Schmising. Stammsitz war Haus Harkotten. Aus dieser Linie kam Heinrich Korff genannt Schmising, der 1524 die Erbin Else von Hoberg heiratete und ab 1540 das heutige Schloss bauen ließ.

Die Tatenhauser Korff blieben nach der Reformation katholisch – als einziges Adelsgeschlecht der Grafschaft Ravensberg. 1692 wurden sie Reichsfreiherren, 1816 preußische Grafen.

Vollwappen der Familie von Korff genannt Schmising: in Rot eine goldene Lilie, darüber Helm mit Krone, Lilie und zwei Meerjungfrauen, rot-goldene Helmdecken.
Wappen der Korff genannt Schmising, nach einer Vorlage nachgezeichnet. Die Darstellung vereinfacht Details wie die Sterne über der Lilie.

Das Stammwappen zeigt in Rot eine goldene Lilie. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken halten zwei Meerjungfrauen die Lilie, überhöht von drei goldenen Sternen. Schon ein Siegel von 1309 zeigt die Lilie.

Personen der Tatenhauser Linie

Nicht jede der hier genannten Personen hat dauerhaft in Tatenhausen gelebt. Viele hatten Ämter in Münster, Osnabrück oder Cloppenburg; belegt ist vor allem, dass sie der Tatenhauser Linie angehörten.

Kaspar Heinrich 1616–1690
Drost zu Iburg, Rat in brandenburgischen Diensten und Deputierter der Ravensberger Ritterschaft. Verheiratet seit 1645 mit Anna Margaretha von Neuhof zu Horstmar.
Friedrich Matthias 1660–1727
Drost zu Iburg und ab 1690 zu Cloppenburg. 1685 heiratete er Alexandrina Hedwig von Velen. Mit ihm wurde die Familie 1692 Reichsfreiherren.
Caspar Heinrich Matthias 1687–1765
Kurkölnischer Kämmerer, Drost zu Cloppenburg und Geheimer Rat. 1711 vertrat er das Hochstift Münster bei der Kaiserkrönung Karls VI. Verheiratet mit Antonia Helena von Landsberg zu Erwitte.
Franz Otto 1719–1785
Kurkölnischer Kämmerer, Drost zu Cloppenburg und Geheimer Rat. 1742 war er Gesandter des Osnabrücker Domkapitels bei der Kaiserkrönung Karls VII. in Frankfurt. 1747 heiratete er Anna Elisabeth Droste zu Vischering.
Clemens August 1721–1787
Bruder Franz Ottos. Domherr in Münster, Osnabrück, Minden und Passau, Propst von St. Mauritz in Münster, ab 1744 Präsident der fürstbischöflichen Hofkammer.
Clemens August Heinrich 1749–1821
Sohn Franz Ottos. Er übernahm 1785 die verschuldeten Güter und rettete sie. Drost zu Cloppenburg, 1816 preußischer Graf. Verheiratet seit 1778 mit Elisabeth Bernhardine von Nagel zur Loburg.
Maximilian Frederik Hendrik 1779–1840
Drost zu Cloppenburg bis 1811, danach auf Tatenhausen.
Franz von Korff genannt Schmising-Kerssenbrock 1781–1850
Jüngerer Bruder, Herr auf Schloss Brincke. 1816 bis 1818 erster Landrat des Kreises Halle. Er heiratete 1812 Julie, die Tochter des Dichters Friedrich Leopold zu Stolberg.
Klemens Graf von Korff genannt Schmising 1804–1882
Rittergutsbesitzer auf Tatenhausen, Landrat des Kreises Halle 1855–1875 und Mitglied des preußischen Herrenhauses.
Klemens Graf von Korff genannt Schmising 1834–1921
Sohn des Vorigen, Landrat des Kreises Halle 1896–1911.
Maximilian von Korff-Schmising 1870–1951
Übernahm Tatenhausen um 1904, nachdem er einige Jahre auf Gut Steinhausen gewohnt hatte.

Zu den Quellen. Bei einigen Ämtern weichen die Quellen voneinander ab. So schreibt ein Wikipedia-Artikel die Hofkammer-Präsidentschaft und mehrere Domherrenstellen Clemens August Heinrich zu, die Personendatenbank der Germania Sacra dagegen seinem Onkel Clemens August. Diese Seite folgt der Germania Sacra.

Teuffel von Birkensee

Die Teuffel von Birkensee sind ein bayerisches und badisches Adelsgeschlecht. Ihr namengebender Sitz, Schloss Pirkensee in der Oberpfalz, gehörte der Familie von 1521 bis 1731. Mit der Erbschaft von Tatenhausen 1995 kam eine Linie der Familie nach Westfalen. Die heutigen Bewohner sind direkte Nachfahren der Grafen von Korff-Schmising.